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Schlussball. Die Deutschen und ihr Lieblingssport

Böttiger, Helmut

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[ Buchtipp von Fussball ] Rainer Moritz empfiehlt

Der Literaturkritiker Helmut Böttiger zählt zu den Pionieren des geschliffenen Fußballfeuilletons und kennt sich mit unnötigem Ballverlust wie unlesbarem Bildverlust (von Peter Handke) gleichermaßen aus. Seine 1993 erschienenen Essays „Kein Mann, kein Schuss, kein Tor“ wiesen ihn zu einer Zeit, als es noch nicht Mode war, öffnende Pässe mit fußballfernem Vokabular zu beschreiben, als leidenden Betrachter des kommerzialisierten Sports aus, der Gesellschafts- und Bundesligakritik auf einen Nenner brachte. Mutmaßte Böttiger damals, der Fußball werde hierzulande alsbald von der neuen „Leitsportart“ Tennis abgelöst – eine Prognose, die zum Glück bald ad acta gelegt werden konnte –, so klingen in seinem neuen Buch „Schlussball“ verhalten optimistische Töne an. Jürgen Klinsmanns Aufräumaktionen werden als Befreiung empfunden, von der der verkrustete deutsche Fußball nur profitieren könne.
Böttigers „Schlussball“ liest sich als Fortsetzung seines erfolgreichen Fußballdebüts, nicht nur weil man es für nötig hielt, Auszüge daraus noch einmal abzudrucken. Wieder zeichnet Böttiger die Historie des Fußballgeschehens seit 1945 nach und weidet sich an den Glanztaten der Europameisterschaftself von 1972; wieder wird an das „Wunder von Freiburg“ erinnert, und wieder erklingen Loblieder auf Günther Koch, die Reportergalionsfigur des Bayerischen Rundfunks. Wie immer ist es ein Vergnügen, Böttigers metaphorische Funkenschläge zu verfolgen. Etwa wenn er Niklas Luhmann zum repräsentativen Denker der Helmut-Kohl-Kanzlerära macht und den Kulturphilosophen Klaus Theweleit für seine „Power-Point-Essayistik“ schmäht.
Leider neigt Helmut Böttiger zur Geschichtsklitterung, wenn er seine Vorstellung vom ästhetisch anspruchsvollen Fußball verdeutlichen möchte. Denunzierte er schon früher Gerd Müllers feinen Drehschuss zum Siegtor im WM-Finale 1974 als „Abstauber“, so werden auch diesmal deutsche Leistungen unnötig herabgesetzt. Man kann sehr wohl der Meinung sein, dass Sepp Herbergers elf Freunde 1954 zu einem glücklichen Endspielsieg kamen, doch das Berner Wunder auf die Formel „Landsermentalität gegen ästhetisch entgrenztes Spiel“ zu bringen hat mit der Realität nicht viel zu tun.

[ Info ] Böttiger, Helmut: Schlussball. Die Deutschen und ihr Lieblingssport. Surhkamp Taschenbuch, Frankfurt 2006 .


Dieses Buch ist ...

Genre: Populärwissenschaftliches Sachbuch
Stichworte: beeindruckend
Empfohlen für: Information
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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