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Arme Närrchen. Selbstgespräche

Winkler, Andrea

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[ Buchtipp von Literaturhaus Wien ] Nicole Streitler schreibt über Andrea Winkler

Unglaublich stark ist der Beginn der einleitenden Erzählung "Yppenplatz: Über Samir, Jakob, Sabina und mich". Schon der Schauplatz der Erzählung verweist hier auf ein gesellschaftliches Phänomen, das von zeitgenössischer Literatur kaum ausgespart werden kann, will sie ihrer Zeit gerecht werden, nämlich das, was üblicherweise als Multi-Kulturalität bezeichnet wird. Entscheidend ist aber die Art und Weise, in der dieses sensible Thema von Winkler behandelt wird. Schon die einleitenden Bilder lassen aufhorchen: "Immer," so der Eröffnungssatz, "wenn ich über den Yppenplatz gehe, kommen mir, zu einem Knäuel verflochten, Sabina, Jakob und Samir entgegen. Es muss eine Verbindung zwischen diesem Ort und diesen Menschen geben, einen Draht, der sich durch verborgene Netze windet, ohne Anfang und Ende."
... Die Reflektiertheit des Erzählens, die Fülle der Fragen und Themen, mit denen sich die Autorin auseinandersetzt, die poetische Sprache und der mitunter auch politische Gehalt ihres Schreibens machen für mich die Stärken dieses Buches aus, dessen Subtilität freilich von den Blockbustern männlicher Selbstgewissheitsliteratur hinweggefegt werden wird. Zumindest steht das zu befürchten.

[Die vollständige Rezension finden Sie im online Buchmagazin der Dokumentationsstelle für neuere österreichische
Literatur im Literaturhaus

[ Info ] Winkler, Andrea: Arme Närrchen. Selbstgespräche. Literaturverlag Droschl, Graz, Wien 2006 . ISBN: 3-85420-706-9.


Dieses Buch ist ...

Genre: Erzählende Prosa
Stichworte: beeindruckend
Stil: ernsthaft
Empfohlen für: Sprachgenuss
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Kommentare Chronologie wechseln

Walter Grond

[ 08.03.07 - 10:28 ] [ Kommentar von Walter Grond ] Die Frage taucht bei vielen Resensionen im Feuilletion auf: vermittelt der Rezensent das Buch an den Leser, hält er ihn davon ab (weil er das Buch schlecht findet) oder instrumentalisiert der Rezensent ein Buch für seine eigene Interessen? Etwa weil er/ sie Positionen im Literaturbetrieb zu verteidigen hat. Nichtzdestotrotz: ich habe das Erstlingsbuch von Andrea Winkler gelesen und finde es sehr nachdenklich und wunderbar dicht geshrieben.


Iwo Randoja

[ 07.03.07 - 21:34 ] [ Kommentar von Iwo Randoja ] ...dessen Subtilität freilich von den Blockbustern männlicher Selbstgewissheitsliteratur hinweggefegt werden wird??? Ich kenne das Buch nicht, aber wie wichtig ist es, was andere über ein Buch denken, wenn man selbst damit etwas anfangen kann? Und wie wichtig ist ein "Erfolg", der an Verkaufszahlen gemessen wird im Vergleich zum Erfolg, den das Buch im Leser auslöst? OK, der Autor muss davon leben, aber was hat das mit dem Leser zu tun?






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