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Die Räuber

Ein Schauspiel

Schiller, Friedrich

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[ Buchtipp von Schiller ] „Von den «Räubern»“ berichtet die Romanfigur Franz-Josef Murau in der «Auslöschung» (1988) von Thomas Bernhard, „hatten sie selbstverständlich, wie ich, in der Schule gehört, aber das Stück selbst vergessen, nur den Titel behalten, sonst nichts.“ Wenn Literatur schon in der Überschrift Gauner, Lumpen und Verbrecher ins Rampenlicht rückt, dann ist ihr höchste Aufmerksamkeit sicher. Abscheu und Faszination halten sich die Waage. Denn wie wird man so etwas überhaupt? Und wie funktioniert Kriminalität auf die Dauer? Was Schiller 1781 auf eigene Kosten als «Räuber»-Drama erscheinen lässt, versucht gleich auf beides eine Antwort zu geben. Mittels einer bösartigen Briefintrige verdrängt der zurückgesetzte Franz Moor seinen älteren Bruder Karl in die böhmischen Wälder. Dort gründet er verzweifelt und verekelt über das „schlappe Kastratenjahrhundert“ mit Studenten eine Räuberbande, die sich über alle Robin-Hood-Romantik hinaus zusehends in grössere Verbrechen verstrickt. So stürmt und drängt der „dramatische Roman“ temporeich und pathetisch auf das Finale einer Familientragödie à la Shakespeare. Dennoch gelingt dem Brautmörder Karl da noch ein eigentümlicher moralischer Salto mortale zurück in die Welt der Strafjustiz. Und speziell solche Ausschweifungen und Regelwidrigkeiten haben Schillers «Räuber» früh zu einem gefeierten Kultbuch und trotz Zensur auch Kultstück werden lassen. Und zu einem gefürchteten, wie der Autor gleich 1782 mit einem landesherrlichen Publikationsverbot erfahren musste. Denn zuvor hatte man sich aus der Schweiz in Stuttgart beschwert, dass Graubünden keineswegs „das Athen der heutigen Gauner“ sei, wie es im Stück polemisch heisse. Heikle Befindlichkeiten, die noch den Nachruhm des Autors im Jahr 2007 hätten tangieren können. Nicht etwa wegen der dort jährlich in Davos stattfindenden, umstrittenen WEF-Tagung. Nein, damals strengten aus dem gleichen Kanton Rätoromanen einen Prozess gegen einen Journalisten an, der sie als „räuberisch“ in der Schweizer Kulturförderung bezeichnet hatte. Aber zum Glück beraubt ja die Vergesslichkeit die «Räuber» nur zu häufig selber: ausser dem anrüchigen Titel „und dass es sich um etwas Klassisches handle“ wird da einfach hoffnungslos wenig behalten.

[ Lieblingszitat ] [...] der Mensch entstehet aus Morast, und watet eine Weile im Morast, und macht Morast, und gärt wieder zusammen in Morast, bis er zuletzt an den Schuhsohlen seines Urenkels unflätig anklebt. [Franz Moor, IV/2]

[ Info ] Schiller, Friedrich: Die Räuber. Ein Schauspiel. (Sprache d. Buchs: Deutsch) Philipp Reclam jun., ISBN: 978 3 15 000015 1.


Dieses Buch ist ...

Genre: Theaterstück
Stichworte: Zynismus, Terrorismus, Revolte, Rache, Nihilismus, Moral, Materialismus, Libertin, Freiheit, Bruderzwist, Aufruhr, 18. Jahrhundert
Stil: Kraftmeierei, Jugendsprache, Jugend, Sturm und Drang
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Die Räuber, Animationsfilm

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