[ Buchtipp von Literaturhaus Wien ] Der Titel von Petra Ganglbauers neuem Gedichtband, "Die Überprüfung des Meeres", hat mich dazu verleitet, zu überprüfen, ob ihre Lyrik eine expressionistische (oder postexpressionistische) ist. Ich nehme es vorweg, diese Lyrik ist – jedenfalls für mich – expressionistisch: Fern von formalen Vorgaben, dafür befasst mit einer Vielzahl an Themen – mögen sie poetisch sein oder nicht – mit der Ästhetik, der Liebe, der Natur, ja auch mit dem Meer. Sozusagen gleichberechtigt kommt die Ästhetik des Hässlichen zum Zug. In expressionistischer Literatur gelingt es dieser Hässlichkeit, schön zu werden. Zur Veranschaulichung sei auf Else Lasker-Schüler verwiesen. Dies gilt uneingeschränkt auch für Petra Ganglbauer, die ungefähr einhundert Jahre später arbeitet, und unbedingt eine heutige Schriftstellerin ist, in und mit ihrer Sprache sowie Themenwahl, eigentlich müsste man feststellen, in ihrer "Strenge[n] Sprache" bei der "Abschaffung der Nacht" (S. 5). "Das Wort wird in die Zeit gepackt" (S. 23), wenn Petra Ganglbauer (ver)dichtet.
Kurzversion der Rezension von Janko Ferk
Originalversion
[ Lieblingszitat ] "stundengleitende/ Schwellenmasse"
[ Info ] Ganglbauer, Petra: Die Überprüfung des Meeres.
(Sprache d. Buchs: Deutsch)
Edition Art Science,
Wien-St. Wolfgang, 2010
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ISBN: 978-3-902157-70-6.