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Google Books bleiben englisch

Google Books bleiben englisch

 

[ 26.11.2009 ]

Erst kämpft man noch durch schweren Seegang auf den Weltmeeren - und plötzlich schippert man nur durch ruhiges Binnengewässer. So geht es aktuell den europäischen AutorInnenverbänden. Denn die Wogen um das Google Book Settlement haben sich ziemlich geglättet, nachdem Google mitsamt seinen amerikanischen Verhandlungspartnern vor knapp zwei Wochen eine revidierte Fassung des Vertragswerks vorlegte. Diese wurde von einem New Yorker Gericht kurz darauf vorläufig genehmigt, auch wenn eine endgültige Entscheidung darüber noch aussteht. Für Mitte Februar 2010 ist eine entscheidende Anhörung angesetzt.

Eine der wichtigsten Änderungen besteht darin, dass der Vergleich nun auf Werke beschränkt bleibt, die urheberrechtlich in den USA registriert sind oder in England, Kanada und Australien veröffentlicht werden. Damit ist Google Books als weltumspannendes Projekt, von dem unerwartet AutorInnen in aller Herren Länder betroffen waren, vorerst vom Tisch. Die Werke von europäischen UrheberInnen und Verlagen sind in den meisten Fällen nicht mehr betroffen.

In den Tenor der Genugtuung über den erfolgreichen Widerspruch gegen das Settlement, der maßgeblich von europäischen Verbänden und Regierungen ausging, mischen sich allerdings auch Stimmen, die das Schreckgespenst einer weiter zunehmenden Anglifizierung des globalen Kulturgeschehens an die Wand malen. Außerdem wird befürchtet, von den nicht von der Hand zu weisenden Vorteilen einer schnellen und umfassenden Digitalisierung nicht profitieren zu können und vor den (nicht-englischen) europäischen Sprachinseln ein wenig einsam vor sich hin zu dümpeln. Denn alternative Projekte wie Europeana kommen eher schleppend voran, während Google einfach am schnellsten und effektivsten zu Werke geht.

Digitalisiert wird weiterhin im Eiltempo, weshalb die Angst vor einem Quasi-Monopol von Google im Bereich der E-Bücher auch nach der Neuversion des Settlements nicht aus der Welt ist. Das bestätigte nicht zuletzt die Meldung, dass nun auch andere Informationsgiganten zu ungewohnten Schritten gegen die drohende Monopolstellung greifen wollen: Eine Allianz von Rupert Murdochs News Corporation und Microsoft will Googles Suchmaschine die Stirn bieten, indem alle Inhalte der Murdoch-Medien für Google gesperrt und nur bei Microsofts Suchmaschine Bing zu finden sein sollen. Ob das Kalkül aufgehen könnte, ist sehr umstritten. Vielleicht würde auch Murdoch dann nur mehr durch verlassene News-Corp.-Gewässer schippern.


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