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[ 17.12.09 ] Gute Nachrichten für alle Onleiher und Digitalleser. Es ist wie Weihnachten, nur vorgezogen auf Mitte oder sogar Anfang Dezember: Die Gutscheine gibt's jetzt, die Geschenke irgendwann später. ... weiter lesen

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Die Gutscheine sind da!

Die Gutscheine sind da!

 

[ 17.12.2009 ]

Gute Nachrichten für alle Onleiher und Digitalleser. Es ist wie Weihnachten, nur vorgezogen auf Mitte oder sogar Anfang Dezember: Die Gutscheine gibt's jetzt, die Geschenke irgendwann später. Was man dann eigentlich wirklich bekommen hat, sieht man erst, wenn die Zeit dafür reif ist. Und das kann in den beiden vorliegenden Fällen wohl noch ein wenig dauern. Aber die Versprechen sind nun schon mal auf dem Tisch, respektive unter dem Baum, der erste Schritt ist getan.

Die British Library und die BBC haben vor einigen Tagen in London bekannt gegeben, gemeinsam eine digitale Bibliothek aufbauen und darin ihre äußerst umfangreichen Archive zugänglich machen zu wollen. Seit dem Jahr 1922 hat sich bei der BBC, die eines der weltweit umfangreichsten Multimediaarchive besitzt, einiges an Material gestapelt: rund eine Million Stunden an Fernseh- und Radiosendungen. Dazu kommen noch etwa 150 Millionen Bücher, Zeitschriften und Zeitungen, Manuskripte, Landkarten und weitere Medien, die die British Library in 250 Jahren katalogisiert hat.

Am 11. Dezember wurde von leitenden Verantwortlichen der beiden Institutionen ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet, um gemeinsam neue Wege für eine breitere Verfügbarkeit all dieser Inhalte in digitaler Form zu finden. Nebenbei werden auch heikle Fragen zu Digitalisierung, Urheberrecht und Verwaltung der Archive ins Auge gefasst. Das Angebot wird sich vorrangig an die Wissenschaft richten, aber letztendlich soll auch die breitere Öffentlichkeit davon profitieren können.

Eine ähnliche frohe Botschaft war bereits Anfang Dezember aus Deutschland zu vernehmen. Dort hat die Bundesregierung beschlossen, in Einklang mit dem EU-weiten Europeana-Projekt eine Deutsche Digitale Bibliothek einzurichten. Zugleich wurden die finanziellen Mittel für den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur bewilligt, ein Versuchsbetrieb soll Mitte 2011 starten, eine Projekt-Website gibt es bereits.

Auf eine solche Nachricht mit Signalwirkung hatten viele gewartet, nachdem der Großteil nicht-englischsprachiger Literatur vor Kurzem aus den Plänen des Digitalisierungsgroßprojektes Google Books quasi entlassen wurde. Enthusiastische Stimmen sprechen schon von einer "nationalen Antwort auf Google", die, so Kulturstaatsminister Bernd Neumann, "einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung unserer kulturellen Identität und zum Urheberrechtsschutz" leisten solle.

Wie gesagt, jetzt wo die Gutscheine schon mal unter dem Baum liegen, sind wir gespannt, was wir - irgendwann in unbestimmter Zukunft - dafür einlösen können.


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