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Stimmen zu readme.cc
„Eine gute Buchhandlung ist ein Ort, wo sich ungestört stöbern lässt, wo man immer wieder auch Bücher findet, die man nicht gesucht hat. Readme.cc funktioniert wie eine solche Buchhandlung: Man klickt sich von x nach y und bleibt da und dort hängen, weil ein Stichwort, ein Bild, eine Buchnotiz einen neugierig macht. Readme.cc ist aber auch wie ein wunderbar altmodischer Salon oder Lesezirkel, eine Echokammer der eigenen Leselust. Lesen ist ein einsames Vergnügen – und schreit doch nach Austausch. Readme.cc macht ihn auf verschiedenen Ebenen möglich."
(Barbara Basting, Redaktorin Kultur, Tages-Anzeiger Zürich)
„Das innovative, außergewöhnliche und anspruchsvolle Projekt Readme.cc vereint die wesentlichen Vorteile der interkulturellen Kommunikation von heute: Readme.cc erlaubt einen raschen, einfachen, grenzenüberschreitenden und vor allem „hierarchien-überschreitenden" Austausch. Die Freude am Lesen und an der Kultur im Gesamten sowie der Wunsch, diese zu teilen, macht Readme.cc zum lebenden Beweis dafür, dass das Kleingeistige der Salonkultur sein Ende gefunden hat."
(Pierre-Frédéric Weber, Literaturwissenschafter, Universität Szczecin/Stettin)
„Der Arzt sagt es und der gesunde Menschenverstand: Nicht so lang vor dem Computer sitzen! Aber was soll man machen? Da gerät man an Readme.cc, surft ein bisschen, will sich bloß einen Überblick verschaffen... und plötzlich hat man eine Stunden lang in virtuellen Bücherregalen gestöbert, Empfehlungen verschlungen und Notizzettel vollgeschrieben mit den Überschriften 'Endlich lesen! ', 'Bibliothek! ', 'Kaufen! '".
(Gudrun Schury, Literaturwissenschaftlerin und Autorin)
„Mit readme hält die wahre Aktualität Einzug ins literarische Leben, denn die hat ja nichts mit dem Erscheinungsdatum zu tun, sondern mit der überzeitlichen Qualität von Büchern. Dass diese Lesergemeinschaft auch noch international ausgerichtet ist und funktioniert, erhöht Freude und Nutzen. Fast das Wichtigste aber: readme.cc entwickelt sich ständig weiter, ohne die Grundidee, Lesen und Lesestoff in seiner schönsten Form zu verbreiten, aus den Augen zu verlieren."
(Dr. Rolf-Berhard Essig, Literaturkritiker Die Zeit, Süddeutsche Zeitung u.a. und Autor)
„Readme.cc ist für mich ein neuerlicher Versuch, den Turm zu Babel zu errichten, dieses Mal im Virtuellen, wo er wohl möglich ist. Beim Bau des Turms wird über Bücher gesprochen, über das Lesen, und dies bedeutet, dass die Grenzen zwischen den Sprachen der Teilnehmer Voraussetzung des Gesprächs sind, nicht Nachteil für das Gespräch. Denn solange es Grenzen zwischen uns gibt, ist die Literatur absolut notwendig, weil die Literatur das Einmalige in einem jeden von uns ansprechen will. So wird auch über die Bücher auf Readme.cc gesprochen - rein persönlich, aus dem eigenen Erlebnis heraus."
(Dzevad Karahasan, Schriftsteller und Professor an der Universität Sarajevo)
„Mit Readme.cc gibt es endlich eine länderübergreifende Community für Leserinnen und Leser, die sich mehrheitlich belletristischen Themen widmen. Allein die Tatsache, mit Menschen in Kontakt treten zu können, die einen ähnlichen "Buchgeschmack" haben, ist eine Bereicherung fürs Leben. Es ist schön, an der Entstehung dieses umfassenden Online-Archivs teil zu haben. Oder, um Jaroslav Seifert, den tschechischen Literaturnobelpreisträger zu zitieren: Die Suche nach schönen Worten ist besser als Töten und Morden."
(Michael Stavaric, Schriftsteller und Programmleiter Tschechisches Kulturzentrum Wien)
„Mit dem Bedeutungszuwachs des Internets in unserem Alltag, hat man oft davon reden hören, dass sich die Welt vom Konkreten zum Virtuellen hinbewegen würde, dass bald ganz Europa seine Einkäufe nur noch per Internet erledigen würde, und dass wir schließlich sogar unsere Bücher am Bildschirm unserer tragbaren Computer lesen würden. In der Summe wäre das wirkliche Leben jenes, das man sich vorstellt, jenes, dessen Bilder auf allen Bildschirmen übertragen werden....
Da ich beruflich im Buchbereich tätig bin (zehn Jahre im Buchhandel und im französischen und englischen Verlagswesen) und die fremdsprachige Literatur sehr liebe, habe ich mir oft die Frage nach der Berechtigung des Internets gestellt. Wird man darauf verzichten können, die Dinge mit unseren fünf Sinnen wahrzunehmen, die Seiten eines Buches umzuschlagen, sich damit begnügen, die Früchte, die man essen wird, ausschließlich aufgrund eines Bildes auszuwählen? Wird man alles der Virtualität überlassen? Ich glaube nicht, dass es in solch extremen Ausformungen passieren wird, jedenfalls ist das Unternehmen von readme.cc ein schöner Gegenbeweis. Und genau das hat mich an diesem Projekt interessiert.
Readme.cc repräsentiert alles, was das Phänomen Internet an Gutem mit sich bringt: das Konzept versammelt die Länder der Europäischen Gemeinschaft, vereinigt Leser aus ganz Europa und umfasst alle Bücher. Ja, es ist eine virtuelle Bibliothek, doch sie ist auf ihre Art einzigartig, denn sie steht nicht mit den universitären oder öffentlichen Bibliotheken in Konkurrenz, deren Bestandskataloge online abrufbar sind. Warum nicht? Weil jedem Buchtitel ein Kommentar zugeordnet ist, eine Kritik. Weil sich hinter jedem Titel ein Leser befindet. Readme.cc ist ein literarisches UND menschliches Erlebnis. Es handelt sich um eine Art Literaturkritik, doch mit dem Potential, alle Bücher der Welt zu umfassen und nicht nur die Neuerscheinungen, wie es in den Medien der Fall ist.
Das Interessante an Readme.cc ist gerade dieses außergewöhnliche Potential: Stellen Sie sich eine Bibliothek vor, die alle Bücher der Welt in zahlreichen lebenden Sprachen versammelt . Welcher Leser hat nicht schon davon geträumt? Eine europäische Lesergemeinschaft, die die Seiten aller existierenden oder existiert habenden Bücher durchblättert... Das ist es, was wir nie konkret werden realisieren können und was das Internet uns virtuell zu realisieren erlaubt. readme.cc kann das Babel der Bücher werden und das Forum jener, die es müde sind, die stummen Bibliotheken aufzusuchen."
(Muriel Fischer, Verlagslektorin Paris)
„Ich mag Readme.cc, diese virtuelle Bibliothek, weil ich das Gefühl habe, irgendwie mit dabei zu sein, irgendwo mitten im Geschehen zu stehen. Weil ich mir anschauen kann, was die anderen gerne lesen und was sie empfehlen. Als Kind dachte ich immer, die Spitze der Welt sei New York, da bist du wirklich im Zentrum. Vielleicht ist readme.cc irgendwie eine Art Spitze der Bibliotheken, weil sie von den Lesern kreiert wird. Eine Spitze der Bibliotheken in den Ländern, die mitmachen. Ist das zu stark übertrieben? Bestimmt. Es zeigt aber, dass wir auch heute diese Arten von Communities brauchen
(Doz. Dr. Alja Lipavic Ostir, Germanistisches Institut der Universität Maribor)
Da gibt es ein großes Geheule und Gejammer, ein ständiges Klagen darüber, dass – natürlich immer die anderen – nicht lesen, die Jugend keinesfalls liest, früher natürlich war das alles ganz anders, einst, im Goldenen Zeitalter usw. Demgegenüber gewöhnt einen das Internet wieder daran, drängt uns zum Lesen, und im Internet kann alles erscheinen – erscheint also auch alles: auch die anspruchsvollste Literatur. Wenn du einmal lebst, wenn du schon einmal lebst, dann versinke nicht in der großen Erzählung der Untergangsgeschichte. Die Dinge in der Welt, irre nicht, verlaufen in Ordnung. Die Ordnung aber ist, dass dies so schön und hässlich, schrecklich, wundervoll, unerträglich, amüsant geschieht.
(Endre Kukorelly, Schriftsteller/ Budapest)
Jeder Mensch ist – jedes Buch ein Buch – ein Mensch. Jeder bewahrt einen gewissen Grad des Wissens von der Welt in sich. Diese Grade vermitteln wir auf jeweils andere Weise. Readme.cc schafft in einem Bogen über die Sprache, Gattung, den Schriftsteller und Leser sein eigenes virtuelles großes Buch, dessen Seiten die von den Lesern empfohlenen Bücher sind. Ein buntes, abwechslungsreiches Welt-Buch.
(Julianna Wernitzer, Literaturhistorikerin, Petöfi Literaturmuseum Budapest)